Wochenendurlaub in Pori

Nach der ganzen harten Arbeit, welche man als Au-Pair tagtäglich bewältigt, benötigt man natürlich auch mal Erholung. Da kam es gerade recht, dass Anette, eine Freundin welche ich über eine Sprachtandem-App kennengelernt hatte, mich eingeladen hatte ein Wochenende bei ihr zu verbringen. Also packte ich am letzten Donnerstag im Mai ein paar Kleinigkeiten zusammen um am Freitag mit dem Bus nach Pori zu fahren.

Am Freitag stand ich eine halbe Stunde früher als sonst auf. Da ich meiner Meinung nach unter Stress viel effizienter arbeite, hatte ich am vorherigen Abend nicht mal die Hälfte aller benötigten Dinge eingepackt und nun knapp 30 Minuten dafür Zeit. 20 Minuten später war ich fertig und startete mit meiner Morgenroutine, welche hauptsächlich aus Kinderwecken und deren Frühstück zubereiten besteht. Da mein Au-Pair-Vater mich unterstützte, kam ich sogar in den Genuss selbst noch zu frühstücken.

Wenig später wurden die Kinder zum Nachbarn gefahren, welcher diese zur Schulbushaltestelle bringen sollte. Danach ging es direkt weiter Richtung Karkkila. Dort sollte mein Bus nach Pori abfahren, welcher dann ziemlich unspektakulär auf die Minute rechtzeitig erschien. Im Bus fuchtelte ich mit meinem Smartphone, auf dem die Rechnung des Bustickets zu sehen war, unter der Nase des Busfahrers und gab diverse finnische Wörter von mir um diesen begreiflich zu machen, dass ich meine Fahrkarte bereits online bezahlt hatte. Nachdem dies geklärt war, suchte ich mir einen freien Sitz. Dies war ziemlich einfach, da nur ungefähr 5 Plätze belegt waren. Sobald ich saß stopfte mir meine Kopfhörer in die Ohren und genoss die Musik aus meinem Smartphone.

Zweieinhalb Stunden später, verfolgte ich, da den genuschelten Ansagen des Busfahrers keine Haltestellen zuzuordnen waren, die Route des Busses mit Google Maps. Als ich dann an meiner Zielhaltestelle den Bus verließ, war nur leider niemand da um mich zu empfangen. Also machte ich es mir auf einer freien Fläche gemütlich und genoss, nachdem ich meiner Gastgeberin meinen Standort gesendet hatte, die Sonne sowie meine Musik.

Knapp eine halbe Stunde später erhielt ich von Anette eine entschuldigende Antwort, dass sie wohl irgendwelche Zeiten verwechselt hatte. Während ich gerade meine Antwort tippte, stand Anette dann plötzlich auch schon vor mir und wir sahen uns zum ersten Mal von Angesicht zu Angesicht.

Nach dem Begrüßen und ein wenig Smalltalk, was für Finnen eher ungewöhnlich ist, bekam ich meine persönliche Sightseeing-Tour durch Pori.

Erste Station ”Kirjurinluoto”: Kijurinluoto ist ein Park im Herzen von Pori, wo ich zudem mehr über die geografische Lage von Pori erfuhr. Nach einer Wanderung zwischen Birken und über Wiesen, sowie der Nutzung einer Move-by-Yourself-Fähre kehrten wir zum Auto zurück und es ging zur nächsten Attraktion.

Zweite Station ”Juseliuksen mausoleumi”: Hierbei handelte es sich um das einzige Mausoleum in Europa (vielleicht sogar weltweit), welches für ein junges Mädchen erbaut wurde und nicht wie die anderen für große Herrscher, Kriegsfürsten oder andere wichtige Persönlichkeiten. Dort angekommen wartete eine junge Frau auf uns, welche uns eine exklusive Führung (auf Englisch) gab und die Geschichte des Mädchens, seiner Familie sowie einige interessante Dinge über die Verzierungen und Malereien im Inneren des Mausoleums erzählte. Wer mehr über das Mausoleum erfahren möchte, dem empfehle ich einfach mal den englischen Wikipediaartikel: ”https://en.wikipedia.org/wiki/Juselius_Mausoleum

Anschließend ging es, nach einem kleinen Mittagssnack, zur nächsten Station.

Dritte Station ”Mäntyluoto”: Bei Mäntyluoto handelt es sich um einen Strand, welcher aus vielen großen Felsblöcken besteht. Diese wurden zum Ende der Eiszeit dorthin gespült und sind in ganz Finnland zu finden. Nachdem ein paar Fotos geschossen sowie einige Steine übers Wasser geflitscht wurden, ging es auch schon weiter.

Vierte Station ”Yyteri Beach”: Hier hatten wir nun einen Strand aus feinsten Sand, und genossen bei einem Spaziergang den Sand unter den Füßen, beziehungsweise ich in den Schuhen. Es gab Bereiche für Beachfuß und -volleyball und Dünen schirmten den Strand von dem dahinterliegenden urbanen Gebiet ab. Anschließend ging es zur letzten Attraktion für diesen Tag.

Fünfte Station ”Yyterin lietteet”: Yyterin lieteet ist ein Moorgebiet, welches man über Holzplanken, die dort verlegt wurden, durchqueren kann. Zwischendurch gab es immer wieder Aussichtsposten wo Vogelbeobachter mit Spektiv und Fernglas ihrem Hobby nachgingen. Am dritten Aussichtspunkt kamen wir ins Gespräch mit einem der Vogelbeobachter und konnten selbst einen Blick durch Fernglas und Spektiv werfen. Dadurch konnten wir die Brandgans, eine seltene Vogelart, im Detail beobachten. Anschließend ging es zurück zum Auto und dann in die Wohnung meiner Gastgeberin, wo es zum Abschluss des Tages noch Do-It-Yourself-Wraps gab.

Am zweiten Tag war auf Grund des bewölkten Wetters die Motivation das Haus zu verlassen eher gering. Jedoch beschlossen wir, nachdem wir ein paar Gesellschaftsspiele gemeinsam mit den Kindern gespielt hatten, zur örtlichen Bowlinghalle zu fahren. Auf dem Hinweg besuchten wir, da wir noch nicht zu Mittag gegessen hatten, die Fastfoodkette „Pizza Buffa“. Dort gab es, wie es der Name erahnen lässt, ein großes Buffet aus verschiedensten Pizzen. Nach dem Verschlingen mehrerer Stücke, in der Menge von ca. 4 Pizzen, ging es dann zum eigentlich Ziel: Der Bowlinghalle „Bowling4You“. Dort angekommen siegte ich schließlich in einem knappen Spiel mit 2 Punkten Vorsprung.

Wieder zu Hause spielten wir (ohne die Kinder) deutsches Scrabble, wo ich als deutscher Muttersprachler grandios mit 180 Punkten zu 245 Punkten verlor. Am Abend schrieb ich gemeinsam mit meiner Gastgeberin den ersten Teil dieses Beitrags, bevor es dann auch Zeit war schlafen zu gehen.

Am Sonntagmorgen kam nach dem Frühstück die Mutter von Anette vorbei und kurz darauf ging es dann mit der Mutter sowie den beiden Kindern zum Kletterwald ”Seikkailupuisto Huikee”. Dort angekommen wurde uns kurz gezeigt, wie die Sicherungsgeräte zu bedienen sind und nach dem Abschluss des Testparkours, wo wir kurz das Gelernte praktisch vorführen mussten, konnten wir uns frei durch den Park bewegen. Knapp zwei Stunden später hatte ich alle Strecken mindestens einmal durchquert und die Kinder hatten inzwischen auch Hunger, weshalb wir dann auch wieder nach Hause fuhren.

Nach dem Essen redeten wir noch ein wenig über Zukunftspläne sowie über das Lernen von Fremdsprachen, bevor es für mich auch schon Zeit war, die Heimreise anzutreten. Also kurz alles in den Rucksack gestopft um dann festzustellen, dass wir 10 Minuten zu spät dran waren. Somit fuhren wir unter Missachtung einiger überflüssiger Verkehrsregeln zügig in die Innenstadt von Pori, wo der Bus auch schon bereitstand. Nachdem ich dem Busfahrer wieder mit ein paar gestammelten finnischen Wörtern sowie meiner digitalen Busfahrkarte verständlich gemacht hatte, dass ich bereits bezahlt hatte ging es wieder in Richtung Nummi-Pusula. Nachdem ich nun im Bus diesen Beitrag fertig geschrieben habe, will ich hiermit abschließend nur nochmal Anette für dieses tolle Wochenende danken.

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