Finnglische Gedanken

Es war in der sechsten oder siebten Klasse, als ein Mitschüler, welcher zu spät zur Englischstunde kam, sich ungefähr folgendermaßen entschuldigte: ”Ehh, sorry, ehh, my alarmclock war, ehh, im, ehh, Arsch.”. Ein typischer Fall von Denglisch. Also Englisch gemischt mit Deutsch, weil einem die entsprechenden Vokabeln nicht bekannt sind, oder sie einem gerade einfach nicht einfallen wollen.

Wenn ich heutzutage einen englischsprachigen Film schaue oder mich mit anderen Menschen auf Englisch unterhalte, schaltet mein ganzes Gehirn um. Ich denke Englisch und wenn mir ein Wort nicht einfällt, schaffe ich es meistens dies zu ’umdenken’, so dass ich es dann nicht mehr benötigte.

Nun habe ich es hier aber nicht mit Englisch zu tun, sondern mit Finnisch (Was für eine Überraschung!). Und gerade in den letzten Tagen ist mir aufgefallen, wie wenig Wörter man wirklich benötigt um grundlegend kommunizieren zu können. Sobald im Gespräch jedoch neue oder unbekannte Faktoren hinzukommen wird es schwierig. Hier kann ich dann bei meinen Au-Pair-Eltern und denn meisten Erwachsenen einfach Englisch reden. Jedoch gerade die Kinder haben natürlich nur einen derart geringen englischen Wortschatz, dass ein fließendes Gespräch nicht möglich ist.

Hier kommt dann meistens Finnglish zum Einsatz. Zwar ist damit, dann immer noch kein fließendes Gespräch möglich (da meine Finnischkenntnisse einfach noch zu gering sind), jedoch kann ich damit zumindest alles vermitteln.

Nun sind jedoch nicht nur die Gespräche mit den Kindern und anderen Personen, welche kaum oder kein Englisch können auf Finnglish, sondern auch meine Gedanken sind dies immer öfter. Da ich ja mit meinen Au-Pair-Eltern meistens Englisch rede, englischsprachige YouTube-Videos schaue, mein Windows auf Englisch ist (Bei Windows 10 blicke ich dann nicht mehr durch) und dass Englisch-Finnisch-Wörterbuch mehr Einträge als das Deutsch-Finnische hat, ist mein Gehirn meistens im englischen Modus. Zusätzlich bin ich natürlich bemüht möglichst viele finnische Wörter zu nutzen, um diese ins Langzeitgedächtnis zu stopfen. So kommt es dann vor, dass ich Gedanken wie „Oh, it‘s time for iltapala.“ (Oh, es ist Zeit fürs Abendessen.) oder „Half past seven, damn, olemme myöhässä.“ (Halb acht, verdammt, wir sind zu spät dran.) habe. Eben voll Finnglish. Na dann bis zum ensi postitse!

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